Narzissen oder Osterglocken?

Narzissen oder Osterglocken?
Osterglocken oder Narzissen?, Foto: BGphotoaesthetics; ILCE-6000, F/2.8, ISO 100, 60 mm

Die gelbe Blumenpracht läutet den Frühling und das Osterfest ein. Ist das der Grund, warum Narzissen auch Osterglocken genannt werden? Oder gibt es doch einen Unterschied? Klar ist wohl, dass beide zur Gattung der Amaryllisgewächse zählen.

Als Osterglocke ist die Art Nacissus pseudonarcissus (auch Gelbe Narzisse genannt) bekannt. Es soll die bekannteste Art aus der Gattung der Narzissen sein. Ihre Nebenkrone ist dottergelb, während die Hauptkrone ein helles gelb aufweist.

Die weiße Narzisse wird auch Dichternarzisse (Narcissus poeticus) genannt und verströmt einen starken Duft. Hier stelle man sich einen in seinen Aufschrieben vertieften Wortkünstler vor, der durch den angenehmen Geruch der Narzissen geradezu inspirativ überschäumt. 😀

Daneben gibt es noch zahlreiche andere Arten. Die Blüten sind je nach Art weiß, gelb oder orange gefärbt. Verschiedene Wildarten finden sich in Südwesteuropa, Nordwestafrika und auf der Iberischen Halbinsel.

In Deutschland haben wir von März bis Juni Freude an der Blumenpracht. Die Pflanzen erreichen je nach Art 5 bis 80 Zentimeter, wobei die mittlere Wuchshöhe am verbreitetsten ist. Wer nicht bis zum Frühling warten möchte, besorgt sie sich in der Vorfrühlingszeit als feine Schnittblume oder als treibende Zwiebel im Blumentopf.

Allgemein gelten Narzissen als pflegeleichte Frühlingsblüher, die auch die pralle Sonne vertragen. Dies macht sich auch gut auf Fotos, wenn das Gelb so richtig freundlich leuchtet. Wenn sie die Köpfe nicht hängen lassen, macht ihre Erscheinung gute Laune. Vielleicht gilt deswegen die Pflanze in China auch als Glückssymbol.

Die verschiedenen Narzissenarten sind mehr oder weniger giftig. Schon der Pflanzensaft ruft Hautreizungen hervor. Ihre Schädlinge scheint dies jedoch nicht zu beeindrucken. Lustigerweise sind sie sogar nach ihrem Opfer benannt: die Große und die Kleine Narzissenfliege.

Was hier natürlich nicht fehlen darf ist die Sage von Ovid um den schönen Narziss, der selbstverliebt sein Spiegelbild auf der Wasseroberfläche anblickte. Ein Blatt fiel hinein und verzerrte sein makelloses Antlitz. Schockiert durch seine Entstellung verstarb er und verwandelte sich in eine Narzisse. So ist die Narzisse ein Sinnbild für Eitelkeit und somit als Blumengeschenk noch einmal zu überdenken. Jedenfalls tragen wir Ihrer Eitelkeit durch schöne Fotos gerne Rechnung. 🙂