Nicht gesucht und trotzdem gefunden – einfache Fotomotive

Oft ist ja das Wetter nicht so strahlend schön. Vielleicht regnet es, du hast keine Zeit oder kein Geld zum Reisen oder dir fehlen schlicht und einfach die Ideen. Davon solltest du dich jedoch nicht unter Druck setzen lassen. Denn auch wenn du ein Motiv schon zigmal fotografiert hast, heißt das nicht, dass du alle Details bereits erfasst hast. Je nach Tagesform und Stimmung fallen dir vielleicht andere Sachen auf. So ist es auch beim Schreiben. Wenn du deinen Text am nächsten Tag noch einmal durchliest, kommst du auf andere Ideen und betrachtest die geschrieben Sätze in einem anderen Licht. Im Folgenden findest du ein paar Anregungen, die du ohne großen Aufwand umsetzen kannst. Dabei solltest du einfach selbst ausprobieren, welches Objektiv sich für deine Zwecke eignet. Dabei lernst du am meisten. Nutze das, was du hast und mache das Beste daraus. Mit folgenden Anregungen findest du deine Fotomotive für jedes Wetter.

 

Orchideen – exotische Pflanzen in den eigenen vier Wänden

 

Der Großteil der Orchideenarten wächst in den Tropen oder Subtropen. Wie praktisch, wenn du dir die Königin der Blumen nach Hause geholt hast. Diese ist trotz ihres gehobenen Status ziemlich pflegeleicht. Solange sie nicht zu viel direktes Sonnenlicht abbekommt und du sie nicht zu viel gießt, verschönert die exotische Pflanze deine Wohnung ganz von allein. Bei guter Pflege hast du das ganze Jahr immer mal wieder etwas von der Blütenpracht – und diese wartet nur darauf, von dir abgelichtet zu werden. Suche dir dazu einfach einen schönen Hintergrund, schnapp dir ein Stativ und los geht´s! Tolle Hintergründe kriegst du übrigens als (Foto-)Karton im Bastelladen oder in „Allrounddrogerien“. Für Blüten aller Art würde ich allerdings eine zurückhaltende Farbe wählen. So stiehlst du der farbigen Blütenpracht nicht die Show. Außerdem kannst du einmal ausprobieren, wie es bei dunklen Hintergrund aussieht, wenn du die Blüten mit einer LED-Taschenlampe anleuchtest. Das bringt ein bisschen mehr Schwung in das Bild. Wenn du mit ordentlich „Lichtwerkzeug“ ausgestattet bist, nutze ein Makroobjektiv, um die feinen Blütenstrukturen herauszustellen. Du kannst aber auch gut ein normales, halbwegs lichtstarkes Zoomobjektiv mit 50 bis 70 Millimetern nutzen. Überlege dir einfach, was du an der Pflanze hervorheben möchtest.

 

Essen – deine Komposition auf dem Teller

Die meisten von uns Essen gerne. Und wenn die Speisen auf dem Teller noch nett angerichtet sind, macht es noch viel mehr Spaß. Das gilt natürlich auch fürs Fotografieren. Wichtig hierbei ist, dass du neutrales Geschirr und Besteck wählst. Damit meine ich, dass es keine großartigen Verzierungen oder gar Marken aufweist. Die Utensilien sollten natürlich auch sauber sein, denn jeder Fleck fällt später auf dem Foto auf und das sieht dann nicht mehr ganz so appetitlich aus. Zudem solltest du dir genügend Zeit nehmen, um dein Gericht zu fotografieren. Eine Kugel Eis oder leicht schwächelndes Grünzeug wie Kopfsalat sind dann nicht die richtige Wahl. Auch hier ist ein Stativ angesagt. Ist deine Kamera nicht zu schwer, kannst du auch eines dieser Kleinstative nutzen, die du bequem auf den Tisch stellen kannst. Besonders natürlich sieht es aus, wenn du den Tisch (bevor du ihn deckst!) vor ein Fenster stellst. Der natürliche Lichteinfall lässt deine Speisen frisch aussehen. Nachdem du deine Speisen nach dem Fotoshooting vertilgt hast oder Freunde und Familie zum Dinner eingeladen hast, kannst du dich wohlgesättigt der Bildbearbeitung widmen. Achte hier darauf, dass du den Weißabgleich so korrigierst, dass das Essen nicht grünlich aussieht. Denn im besten Fall sollte dein Foto doch Lust auf das Gericht machen und nicht verdorben aussehen.

 

Wolken – formvollendete Träumereien

Was gibt es entspannenderes als in einer Hängematte zu liegen und den vorbeiziehenden Wolkenformationen zuzuschauen? Die ganz besonders Tollen für die Ewigkeit festzuhalten natürlich! Oder hast du noch nie einen fliegenden Elefanten gesehen? Der Blick in den Himmel macht es möglich. Besonders spaßig ist es, diese Wolkenbilder nachher beispielsweise in Lightroom zu bearbeiten. Hier kannst du richtig übertreiben und die Wolken dramatischer gestalten, als sie es eigentlich waren. Oder du betonst ihre softe Seite, indem du sie leicht milchig wie eine Sahnehaube erscheinen lässt. Wenn du in Photoshop firm bist, kannst du auch ein hübsches Composing mit fliegenden Pferden erstellen. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

 

Strukturen – schaffe Ordnung in der Abstraktheit

Wir laufen oft durch die Gegend ohne wirklich etwas zu sehen und wundern uns, dass wir auf keine Ideen kommen. Eine Strategie ist, einfach nicht danach zu suchen, sondern seine Sinne der Gewohnheit zu berauben. Wie das geht? Laufe doch einfach mal barfuß. Wie fühlt sich der Boden an, auf dem du dich bewegst? Pikst es ein bisschen, weil du über kleine Kieselsteine läufst? Guck doch mal, wie sehen die aus? Bunt, haben sie Blautöne oder interessante Formen? Finde es mit deiner Kamera heraus. Das Bild, das du dir später über deine Couch hängst, wird dich immer daran erinnern, wie schmerzhaft es war, über Kieselsteine zu laufen. Spaß beiseite: Laufe mit deinen Sinnen „auf Empfang“ gestellt durch die Welt. Und fokussiere dann dein Objektiv auf das Wesentliche. An die Erfahrung, die du gemacht hast, wirst du dich später lebhaft erinnern und kannst sie mit anderen teilen.

 

Dein persönliches Fotomodell – dein Haustier

Du hast bestimmt das allerschönste Haustier auf der Welt. Das sollte natürlich festgehalten werden, bevor es das Zeitliche segnet. Und wir wissen alle: Katzenbilder bekommen unglaublich viele Likes auf Instagram und Co. Manchmal süß, aber meistens langweilig. Ein wirkliches Tierporträt dagegen hat Ausdruck und unterstreicht die Persönlichkeit des Lebewesens. Wichtig ist, dass die Schärfe immer auf den Augen liegt. Das gilt im Übrigen für alle klassischen Gesicht-Porträts. Möchtest du dein Haustier allerdings in Action fotografieren, kann das ganz schön schwierig sein. Richte daher den Fokus auf den Körper, wie beispielsweise auf die auf den Sprung vorbereiteten Tatzen. Wenn du kein Haustier wie ich hast – gehe in den Zoo.

 

Die Anderen oder Du?

Vielleicht hast du einen Menschen in deiner Umgebung, der sich über schöne Fotos von sich selbst freut. Zu Anfang ist es meiner Meinung nach leichter, eine Person des Vertrauens zu fotografieren. Dies hat den Vorteil, dass du dieser auch zum hundertsten Mal erklären kannst, welche Pose sie einnehmen soll. Du hast dann genügend Zeit dein Gegenüber genau zu studieren.

Hat diese Person vielleicht doch die Geduld mit dir verloren oder hat niemand Zeit? Kein Problem. Bringe dich selbst zum Strahlen mit einem Selbstporträt. Nur du kennst deine Schokoladenseite am besten. Fotografiere dich, wenn du schlechte Laune hast. Dann kannst du dich unter Umständen später über deine Schnappschüsse totlachen (nicht wörtlich gemeint). Sind deine Ambitionen jedoch andere schießt du ein tolles Selbstporträt mit schöner Ausleuchtung, passendem Hintergrund und Fernauslöser von dir selber. Da wir uns selbst die größten Kritiker sind, können wir also einiges aus dieser Selbsterfahrung lernen.

 

Das hat Hand und Fuß. Sieh hin!

Eventuell sind die Personen, die du gerne fotografieren möchtest ja zu „schüchtern“ um sich als Fotomodell im Ganzkörpermodus ablichten zu lassen. Kein Problem, denn jetzt kannst du dich auf die Details konzentrieren. Was ist an der Person besonders ästhetisch oder charakteristisch? Hat sie schöne Augen mit tollen Wimpern, grazile Füße oder interessiert dich die Tätigkeit, die sie mit ihren Händen ausführt? Je nach Kontext können sich hier ganz verschiedene Themen ergeben. So passt ein Foto mit einem Apfel in der Hand in die Kategorie „gesunde Ernährung“ oder ein Bild von malenden Händen in die Kreativitätsschublade.

 

Der Makrodschungel auf der Wiese

Setz dich auf die Wiese und erkunde Sie mit deinem Makroobjektiv. Hier wirst du die verschiedensten Insekten, Unkräuter und Mikrostrukturen ästhetisch erfassen. Das Schöne ist: Je nach Jahres- und Tageszeit sieht immer wieder alles anders aus. Außerdem musst du dir nicht die Mühe machen, großartig durch die Gegend zu fahren. Und kannst nebenbei ein bisschen chillen. Lies hierzu auch meinen Artikel „Wildblumentraum“.

 

Vielleicht habe ich dich auf die ein oder andere entspannte Foto-Idee gebracht. Wenn du etwas beisteuern möchtest, bitte gerne. Ich freue mich über deine Kommentare.